Abschlussbericht:
IM Leonid Milov: Fünf ist Trümpf und 404 Teilnehmer ist Rekord
Zum Jubiläum 50 Schachclub Uhren verlost
Petrus meinte es wohl besonders gut mit den 404 Teilnehmern der 25. Internationalen Hasslocher Schachtage 2010. Denn rechtzeitig zu Turnierbeginn besann sich das bis dato rekordverdächtig kühle Maiwetter auf sommerliche Temperaturen. Womit sich beste Spielbedingungen im Neubau der Veranstaltungshalle der Ernst-Reuter-Schule boten. Der Teppich in der Halle, der große, teilweise überdachte Innenhof mit allerlei Spielgeräten und viel Platz zum Analysieren und das reichhaltige Angebot der Küche sorgten für optimale Bedingungen vor, während und nach dem Spiel.
Zum Jubiläum gab es neben 50 Schachclub-Uhren auch mehrere Fritz-Schach-Programme und zwei Mephisto Schachcomputer zu gewinnen. Zudem wurde auf 15 großformatigen Collagen die Entwicklung der Schachtage von 1986 bis 2009 mit Bildern, Tabellen, Postkarten und Zeitungsartikeln präsentiert. Höhepunkt der Ehrungen am dritten Turniertag bildete das Dankeschön an 20 verdiente Helfer. Viele sind schon seit dem ersten Turnier dabei. Zusammen kommen sie auf mehr als 200 Jahre Schachtage-Erfahrung. Auf ca. 1000 Arbeitsstunden jährlich summiert sich die Durchführung des nach Mainz zweitgrößten Opens in Rheinland-Pfalz. Erst durch dieses beispielhafte ehrenamtliche Engagement kann das Turnier stattfinden. Dafür gilt unser herzlicher Dank.
Nach langer Pause gesellte sich der erste Gewinner der Schachtage, Thomas Roos insTurnierfeld. Mit je einer Flasche Hasslocher Wein wurden auch Reinhard Ley (20te Teilnahme) sowie Herbert White, Frank Dischinger und Waldemar Höhler (je 15te Teilnahme) belohnt.
Aufgrund der Rekordbeteiligung wurde der Preisfond von 5000€ auf über 8000€ aufgestockt. Alle Jugendklassen, die Damen und auch die Senioren erhielten in eigenen Sonderwertungen Preisgelder bis mindestens Platz 3, oft sogar bis Platz 5. Die Preisgelder in der Mannschaftswertung wurden sogar bis zum neunten Platz ausgedehnt. Damit steht das Open erneut für einen attraktiven Preisfond, bei dem die Amateure nicht zu kurz kommen.
IM Leonid Milov scheint in Hassloch das Maß aller Dinge zu sein, denn auch die starke Konkurrenz ( 4 GM’s und 9 IM’s) konnte seinen fünften Titelgewinn in Folge nicht vereiteln. Denkbar knapp, nur dank der minimal besseren Buchholzwertung landete er vor den beiden GM Sergej Ovsejevitsch und Viacheslav Ikonnikov. Erstmals seit Jahren kam auch wieder eine Damenwertung zustande, die Conny Auer aus Rodalben souverän für sich entschied. Beste Mannschaft war die SK 1879 HD-Handschuhsheim, bester Senior IM Klaus Klundt und bester Jugendspieler Achim Wild aus Siersburg.
Der Sieg im 272 Teilnehmer fassenden B-Turnier ging an Dieter Kappes aus Trier mit 6 Punkten. Punktgleich vor Bernd Hardt aus Koblenz und Andreas Trinkl aus Walldorf und weiteren zwei Spielern. Bei dieser Teilnehmerzahl erreicht das B-Turnier allerdings eine Größe, die das Ermitteln eines eindeutigen Siegers erschwert. Die beste Mannschaft im B-Turnier stellte die TuS Dotzheim, die meisten Teilnehmer insgesamt der SK 1879 HD-Handschuhsheim.
Das zweite Late-Night-Blitz fand nicht den erhofften Zuspruch, weil zeitgleich Bayern München im Champions-League-Finale spielte. Sieger der 28 Teilnehmer wurde FM Igor Zuyev mit 12 Punkten aus 15 Runden. Weitere Preise gab es bis Platz 4 sowie für die Führenden der Ratinggruppen.
Frei nach Sepp Herberger ist nach dem Turnier vor dem Turnier und so begeben wir uns zumindest gedanklich schon an die Planung der 26. Hasslocher Schachtage. Und die Fragen werden sein, sollen wir wieder ein Blitzturnier ausrichten, sollte man das B-Turnier splitten und ein separates C-Turnier anbieten oder Ratingpreise im A-Turnier einführen. Und nicht zuletzt, mit welchem Spruch werden die Kugelschreiber 2011 bedruckt.




